Autos · #405

Golf rot

VW Golf II – BJ 1991 – 3-Türer Rot Metallic – langjährig stillgelegt aus Garage – Motor weicht laut Hinweisen vom Brief ab (vermutlich 1.8 statt 1.6, exakte Variante nicht bestimmt)

Aus einer Erbauflösung verkaufe ich einen VW Golf II, 3-Türer in Rot Metallic. Das Fahrzeug wurde am 14.06.1991 erstzugelassen und am 06.06.2010 außer Betrieb gesetzt – seitdem überdacht abgestellt, also rund 16 Jahre Standzeit. 30-Jahre-Grenze für H-Kennzeichen seit 14.06.2021 erreicht – ein H-Antrag setzt zusätzlich ein bestandenes Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO voraus (Prüfung von Originalität und Erhaltungszustand), das vorab nicht zugesichert werden kann.

Im Fahrzeugbrief ist eine einzige Halterin eingetragen, von der Erstzulassung 1991 bis zur Außerbetriebsetzung 2010. Auf den Folgeseiten "Weitere Halter-Eintragungen" sind keine weiteren Umschreibungen vermerkt. Was zwischen Stilllegung 2010 und der jetzigen Erbauflösung passiert ist, lässt sich aus dem Brief allein nicht zweifelsfrei rekonstruieren – ich beschreibe deshalb nur, was dokumentiert ist, und behaupte keinen ununterbrochenen Erstbesitz.

⚠️ Wichtiger Befund – Motor weicht vom Brief ab

Nach Hinweisen mehrerer Interessenten und einer Sichtung der Motorraum-Fotos durch Schrauber muss ich die Anzeige wesentlich korrigieren: Der eingebaute Motor ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der im Brief eingetragene 1,6-Liter PN mit 70 PS, sondern ein 1,8-Liter-8V-Motor – möglicherweise der GTI-PF mit 107 PS, möglicherweise ein anderer 1.8er (RP 90 PS o. ä.). Sichtbar an:

  • Mehrpunkt-Einspritzung (K-/KE-Jetronic) mit vier einzelnen mechanischen Einspritzdüsen am Saugrohr – der originale 1.6 PN hatte Mono-Jetronic (Einpunkt-Einspritzung)
  • Zylinderkopf-Gussnummer 026 103 373 AA und Foundry-Mark WWo – typisch für 1.8er 8V-Köpfe, nicht für 1.6 PN
  • Saugrohr-Teilenummer 037 133... – aus der 1.8er K-Jet-Familie
  • MFA-Schalter im Cockpit verbaut – im 1.6 PN ab Werk nicht vorgesehen, ein weiterer Hinweis auf einen GTI-Umbau

Die exakte Motorvariante lässt sich nicht zuverlässig bestimmen. Die eingeschlagene Motornummer auf dem Block ist verdeckt von Saugrohr, Verteiler und Kabelbaum und konnte ohne weitere Demontage nicht freigelegt werden. Der Käufer übernimmt das Identifikations-, Eintragungs- und Zulassungsrisiko in vollem Umfang.

Praktische Konsequenz für den Käufer:

  • Wer den Wagen wieder zulassen will, muss den Motor identifizieren (Motornummer freilegen oder anhand der Detail-Merkmale eingrenzen) und entweder den Brief entsprechend ändern lassen oder eine Einzelabnahme nach § 21 StVZO durchlaufen. Ohne korrekte Motor-Eintragung ist eine Wiederzulassung in Deutschland nicht möglich.
  • Für einen H-Antrag ist der abweichende Motor zusätzlich relevant – das Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO muss den eingebauten Motor als zeitgenössisch und plausibel akzeptieren.
  • Sollte sich der Motor als GTI-PF (1.8 / 107 PS) bestätigen, hat der Wagen mehr Drehmoment und Leistung als der Brief verspricht – allerdings nur dann zum Vorteil, wenn der Umbau auch sauber legalisiert wird.

Ich verkaufe das Auto wie gesehen, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Motorisierung nicht der Brief-Eintragung entspricht und die exakte Motorvariante nicht bestimmt ist.

Wermutstropfen darüber hinaus

Im Innenraum ist mit der Elektrik gearbeitet worden – Armaturenbrett-Bereich offen, Kabelbäume hängen frei aus dem Fußraum, Lenksäulen-/Zündschloss-Modul ist nicht zusammengebaut. Außerdem ist nur der Fahrzeugbrief vorhanden, der Fahrzeugschein fehlt. Wer den Wagen wieder auf die Straße bringen will, muss den Innenraum elektrisch zurückbauen, bei der Zulassungsstelle einen Ersatz für die Zulassungsbescheinigung Teil I beantragen und die Motorabweichung sauber dokumentieren bzw. eintragen lassen.

Eckdaten

  • Modell: VW Golf II, 3-Türer, Schrägheck (Typ 19E)
  • Erstzulassung: 14.06.1991 → 30-Jahre-Grenze für H-Kennzeichen seit 06/2021 erreicht (Antrag setzt bestandenes Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO voraus)
  • Außerbetriebsetzung: 06.06.2010 (Main-Kinzig-Kreis)
  • Halter laut Brief: eine eingetragene Halterin von 06/1991 bis Stilllegung 06/2010, keine weiteren Halterumschreibungen vermerkt
  • Motor laut Brief: 1,6 l Benziner, 51 kW (70 PS), G-Kat, Schlüssel 01
  • Motor eingebaut: 1.8L 8V mit K-/KE-Jet, exakte Variante nicht bestimmt (PF / RP / o.a. – Motornummer verdeckt, nicht freigelegt)
  • Zylinderkopf-Gussnummer: 026 103 373 AA mit Foundry-Mark WWo
  • Saugrohr/Einspritzung: K-/KE-Jetronic Mehrpunkt-Einspritzung, Teile-Familie 037 133
  • Höchstgeschwindigkeit: wegen Motorabweichung gegenüber Brief nicht belastbar
  • Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe (Verbau bestätigt, Übersetzung nicht final geprüft)
  • Farbe: Rot Metallic
  • Optik: Doppelscheinwerfer-Grill
  • Felgen: Stahlfelgen mit Original-VW-Radkappen
  • Innenausstattung: Stoff (Standard, kein Leder); MFA-Schalter im Cockpit verbaut (im 1.6 PN ab Werk nicht vorgesehen → Hinweis auf GTI-Teile)
  • Reifen-Freigaben laut Brief: 175/70R13 82S, 185/60R14 82S, 185/55R15 81S, 155R13 78Q M+S – Reifen am Fahrzeug DOT-mäßig längst abgelaufen, komplett neu einplanen
  • Kilometerstand: unbekannt – Innenraum/Cockpit teilzerlegt (Lenkstockschalter und Zündung nicht angeschlossen, siehe Hinweis 2), Tacho aktuell nicht zuverlässig ablesbar
  • Originalpapiere: Fahrzeugbrief von 1991 vorhanden, Fahrzeugschein fehlt

⚠️ Wichtige Hinweise – bitte vor Anfrage lesen

1) Außerbetriebsetzung 06/2010 – ca. 16 Jahre Standzeit

Das Fahrzeug stand seit Juni 2010 still und wurde in dieser Zeit nicht mehr bewegt. Standort: überdachter Stellplatz / Anbau, also trocken, aber nicht klimatisiert. Eine vollständige Wiederinbetriebnahme vor Wiederzulassung ist zwingend einzuplanen. Was nach so langer Standzeit Standardprogramm ist:

  • Reifen komplett (DOT weit überschritten)
  • Bremsen rundum (Standschäden, festsitzende Sättel, Bremsflüssigkeit, ggf. Leitungen)
  • Sämtliche Betriebsflüssigkeiten (Öl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit)
  • Kraftstoffanlage (Tank, Filter, Leitungen, Pumpe – Sprit ist Geschichte)
  • Batterie
  • Zündung (Verteilerkappe, Kerzen, Zündkabel)
  • Sämtliche Gummiteile (Wasserschläuche, Kraftstoffschläuche, Türgummis nach Zustand)
  • Bei der K-/KE-Jetronic zusätzlich: Mengenteiler, Warmlaufregler, Stauscheibe, Druckspeicher und Einspritzventile auf Funktion prüfen – bei der Anlage nach 16 Jahren Standzeit kein Selbstläufer

Über Motorlauf, Kompression, Getriebe oder Lager kann ich keine Aussage machen, da im Innenraum die Zündung / Lenkstockschalter nicht angeschlossen ist und das Auto in dieser Form nicht startbereit ist. Kein Probelauf, keine Probefahrt möglich.

2) Innenraum-Elektrik offen – muss zurückgebaut werden

Wie auf den Fotos zu sehen: im Bereich Armaturenbrett, Lenksäule, Sicherungskasten und Fußraum wurde gearbeitet. Kabelbäume liegen frei, Stecker hängen lose, das Zündschloss-/Lenkstockmodul ist nicht montiert. Der Käufer muss hier selbst zurückbauen oder das vom Schrauber seines Vertrauens machen lassen. Optisch ist das viel "Krieg", elektrisch beim G2 aber grundsätzlich überschaubar – ich gebe aber ausdrücklich keine Garantie, dass alle Kabel, Stecker und Komponenten vollständig sind. Bitte vor Ort begutachten und realistisch einschätzen.

3) Fahrzeugschein fehlt – nur Brief vorhanden

Der Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) ist vorhanden und wird mitübergeben. Der Fahrzeugschein (Teil I) fehlt. Bei Wiederzulassung muss der neue Eigentümer bei der Zulassungsstelle einen Ersatz beantragen – mit Erbnachweis (liegt vor) und Kaufvertrag problemlos machbar, kostet aber Gebühren und etwas Zeit. Wer die Bürokratie scheut, ist hier falsch.

4) Motor weicht vom Brief ab – Eintragungspflicht, exakte Variante offen

Wie oben ausführlich beschrieben: Der eingebaute Motor ist nicht der 1.6 PN aus dem Brief, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit ein 1.8L 8V (PF / RP / PB / o.a.) mit K-/KE-Jet-Mehrpunkt-Einspritzung. Die eingeschlagene Motornummer auf dem Block ist verdeckt und konnte ohne Demontage nicht freigelegt werden. Für die Wiederzulassung ist das kein Schönheitsfehler, sondern eine eintragungspflichtige Abweichung. Der Käufer trägt das Risiko der Identifikation und Eintragung in vollem Umfang.

Ohne diesen Schritt ist das Auto nicht straßenzulassungsfähig in Deutschland, unabhängig davon, wie gut der Motor läuft. Wer das nicht will oder kann, sollte hier nicht zuschlagen.

5) Halterhistorie – was der Brief sagt und was nicht

Im Brief ist eine einzige Halterin von 06/1991 (Erstzulassung) bis 06/2010 (Stilllegung) eingetragen, danach keine weiteren Halterumschreibungen vermerkt. Was zwischen 2010 und der jetzigen Erbauflösung passiert ist, lässt sich aus dem Brief allein nicht zweifelsfrei rekonstruieren. Ich verspreche deshalb keinen ununterbrochenen Erstbesitz – ich gebe nur das wieder, was im Brief steht. Wer Wert auf eine durchgängige dokumentierte Historie legt, sollte das vor Ort selbst aus dem Brief nachvollziehen. Dass irgendwann in dieser Zwischenzeit der Motor getauscht wurde, ist angesichts des Befundes naheliegend, aber nicht dokumentiert.

6) Abholung nur per Anhänger / Trailer

Das Fahrzeug ist nicht fahrbereit, nicht zugelassen und der Innenraum nicht startbereit. Eine Überführung ist nur per Hänger oder mit Kurzzeitkennzeichen + Versicherung des Käufers möglich. Käufer organisiert Transport, Hänger und Verzurrung selbst.

7) Zustand Karosserie

Lack altersgerecht, von außen für einen 34 Jahre alten G2 in Originalfarbe ordentlich. Übliche Roststellen, wie bei jedem Golf II in dem Baujahr (Schweller, Radläufe, Endspitzen, Wagenheber-Aufnahmen, Heckklappe um die Scheibe), bitte vor Ort begutachten – ich gebe dazu keine Pauschalaussage. Innenraum-Stoffbezüge sind nach 16 Jahren Standzeit verstaubt, mit Schmutz und Sägespänen belegt – das ist Standzeit-Müll, kein Bezugschaden, lässt sich reinigen.

Was Käufer kriegen

  • 30-Jahre-Grenze für H-Kennzeichen seit 06/2021 erreicht – nach bestandenem Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO 191 €/Jahr Steuer pauschal und freie Einfahrt in alle Umweltzonen möglich (Voraussetzung: Motorabweichung ist sauber dokumentiert)
  • Möglicherweise stärkerer Motor als im Brief – wenn sich der eingebaute Motor als 1.8L PF (107 PS GTI) oder als 1.8L RP/PB (90 PS) bestätigt, ist das gegenüber dem 1.6 PN (70 PS) mehr Hubraum und mehr Drehmoment zum gleichen Steuersatz, sobald eingetragen
  • MFA-Schalter und ggf. weitere GTI-Teile (vor Ort zu prüfen) – ein Hinweis darauf, dass schon umgebaut wurde, was ein reiner 1.6er-Käufer ohnehin oft nachrüstet
  • Doppelscheinwerfer-Grill ab Werk – stimmige spätere G2-Optik
  • Späte Bauserie (06/1991, kurz vor Ende der G2-Produktion 1992)
  • Originaler Fahrzeugbrief von 1991 mit nur einer eingetragenen Halterin auf einer einzigen Seite – übersichtlich, vor Ort einsehbar
  • Komplettes Auto, kein Teile-Träger, nichts ausgeschlachtet außer dem Innenraum-Rückbau

Geeignet für

  • Schrauber, die sich mit Motor-Identifikation und Eintragung auskennen und keine Angst vor § 21 / § 23 StVZO haben
  • G2-Liebhaber, die einen potenziellen GTI-Umbau mit langer Standzeit suchen und bereit sind, den Motor selbst zu identifizieren und eintragen zu lassen
  • Käufer, die den Innenraum-Rückbau, die Schein-Neubeantragung, die Motor-Eintragung und die Wiederinbetriebnahme realistisch einschätzen können – und im Gegenzug einen Wagen bekommen, der seit über einem Jahrzehnt nicht mehr im Verkehr war

Nicht geeignet für jemanden, der ein bürokratiefreies Standard-Projekt sucht oder den 1.6 PN aus dem Brief erwartet.

Preis

1.500 € VB

Der Preis berücksichtigt die offenen Punkte (Motorabweichung mit unbekannter Variante, fehlender Schein, Innenraum-Rückbau, Standzeit). Sollte sich vor Ort herausstellen, dass der Motor ein gut erhaltener 1.8L PF (GTI 107 PS) ist, ist das für den Käufer ein Bonus – sollte sich Anderes herausstellen, ist der Preis trotzdem so kalkuliert, dass das Risiko eingepreist ist.

Standort: 63776 Mömbris (Raum Aschaffenburg / Alzenau)

Privatverkauf aus Erbauflösung – daher gemäß § 442 BGB keine Garantie, keine Gewährleistung, keine Rücknahme. Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeglicher Sachmängelhaftung. Insbesondere die Motorabweichung wird hiermit ausdrücklich offengelegt; der Käufer übernimmt das Identifikations-, Eintragungs- und Zulassungsrisiko in vollem Umfang.

Kontakt am liebsten per Nachricht mit kurzer Vorstellung und konkretem Anliegen. Bitte keine Tauschangebote, keine "Letzter-Preis"-Anfragen ohne Besichtigung, keine Export-Massenanfragen.